Vortrag über Messenger in der Vereinskommunikation

Fabos hat einen Vortrag über Messenger gehalten. Ein Bogensportverein aus dem Schöffengrund hatte ihn dazu eingeladen. Im Rahmen der Mitgliederversammlung, gab es einen kurzen, informativen Überblick über das Thema.

Der Messengermarkt ist größer als man denkt. In der durchschnittlichen Wahrnehmung dominiert jedoch meist WhatsApp. Anfang 2021, bedingt durch die angekündigten Anpassungen der AGBs, trat auch verstärkt Signal ins Rampenlicht. Davor war schon Telegram als Alternative beliebt. Je nach Alter, spielen aber vor allem SnapChat und KiK eine größere Rolle. Threema ist zwar einigen Menschen bekannt, wird aber häufig wegen seines Preises abgelehnt. Dazu kommen noch die Messengerfunktionen von diversen Socialmedia-Plattformen und viele weitere, kleinere Apps.

Die Teilnehmenden interessierte vor allem, wie Sie in ihrem Verein am besten Informationen austauschen. Ist WhatsApp wirklich so böse? Ist Verschlüsselung unbedingt notwendig? Die beste Empfehlung dazu war, die Vereinsangehörigen nach ihren Meinung zu fragen. Bei welchem Dienst wollt ihr dabei sein und bei welchem nicht? Dabei kann man gleich fragen, ob man der Verwendung von Bildern oder Videos für die Vereinsberichterstattung zustimmt oder sie ablehnt. Bei der näheren Betrachtung kristallisierte sich heraus, dass es einen Unterschied zwischen Innen- und Aussen-Kommunikation gibt. Intern kann man sich leicht auf ein oder zwei Kommunikationswege verständigen. Nach aussen muss man sich fragen, auf welchem Weg man verschiedene Gruppen von Menschen am besten erreicht. Intern ist es am wichtigsten, niemnden auszuschließen. Es spricht nichts dagegen, wenn sich nicht alle in der gleichen Messengergruppe befinden. Dann sollten dort aber keine Entscheidungsfindungsprozesse laufen oder Informationen exklusiv verbreitet werden. Messenger haben vorwiegend den Nachteil, das sie untereinander nicht kompatibel sind. Emails gelten bei einigen zwar als kompliziert und veraltet, sind aber unabhängig von der Software mit der man sie nutzt. Bei der Aussenkommunikation geht es um Reichweite. Weil es sehr aufwendig ist auf vielen Kanälen gleichzeitig zu schreiben, ist Crossposting eine beliebte Methode. Ein Verein kann in vielen Diensten einen Account haben, postet dort aber nur einen Link mit einer kurzen Beschreibung des Inhalts und verfasst den eigentlichen Text nur am Ziel des Links. Zum Beispiel in einem Blog auf der Vereinswebsite.

Natürlich geht es auch um Datenschutz. Nicht sehr beliebt, häufig überdramatisiert und selten ernstgenommen. Der Umgang der Messenger damit ist sehr verschieden. Gezwungen durch die Datenschutzgrundverordnung, haben alle Dienste zumindest auf dem Papier Verbesserungen vorgenommen. Der wichtigste Teil der Datenschutzkette ist aber der Nutzer selbst. Er entscheidet welchem Dienst er vertraut und welche Informationen er verschickt. Wenn selbst das Vorhandensein eines Accounts schon problematisch ist, muss man aber den ganzen Messenger in Frage stellen.

Ziel des Vortrags war es nicht, bestimmte Apps zu befürworten und andere schlecht zu reden. Vielmehr ging es darum, den Fokus auf die eigene Verantwortung zu legen und Kriterien kennzulernen anhand der man Messenger bewerten kann oder sollte. Sich zu fragen, wie sehr man einem Messenger vertraut ist eine gute Idee. Nachrichten über Datenlecks und Missbrauch von Nutzerinformationen kann man leicht im Internet finden. Fällt hier ein Dienst besonders negativ auf, kann man durchaus an ihm zweifeln.

Der Vortrag hat zu einer interessierten Gesprächsrunde unter den Vereinsangehörigen geführt und sie waren dankbar für die Denkanstöße. Vielleicht ergeben sich weitere Themen, zu denen MudByter beitragen können. Das Interesse daran ist auf jedenfall vorhanden.